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Zug der Erinnerung
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Das offizielle London würdigt die geretteten Kinder und Jugendlichen

Privates Gedenken an die Kindertransporte in Berlin

"Wir dürfen niemals vergessen, was die Opfer
durchgemacht haben": Der Prince of Wales ehrt
in London Überlebende der Kindertransporte
(November 2008)

LONDON/BERLIN - Mit Festakten und zahlreichen Veranstaltungen hat die britische Öffentlichkeit der Rettung von etwa 10.000 Kindern vor 70 Jahren gedacht. Auch die britischen Medien erinnerten jetzt an die Ereignisse von 1938. Damals erklärte die Londoner Regierung ihre Bereitschaft, jüdische Verfolgte im Alter bis zu 17 Jahren aufzunehmen. Dem Beschluss waren die deutschen Novemberpogrome voraus gegangen. Die Ausreise nach Großbritannien sollte Kinder und Jugendliche im deutschen Machtbereich der weiteren NS-Verfolgung entziehen. Die Bahn- und Schiffstransporte hielten bis 1939 an. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges setzte dem einmaligen humanitären Unternehmen ein Ende.

War ursprünglich gehofft worden, die evakuierten Kinder zu einem späteren Zeitpunkt mit ihren Eltern zusammenführen zu können, so erwies sich bei der Befreiung, daß fast sämtliche der Geretteten Waisen bleiben würden: Die im deutschen Machtbereich festsitzenden Familien kehrten aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern nicht zurück. Die Trennung ohne Wiederkehr hat viele der in Großbritannien aufgewachsenen Kinder und Jugendlichen zeitlebens nicht los gelassen. Die psychosozialen Folgen sind dramatisch und erst in den vergangenen Jahren Gegenstand einer breiteren öffentlichen Wahrnehmung. "Viele aus den Kindertransporten leiden noch immer", sagt Hermann Hirschberger, der als 12-Jähriger den Verfolgungen in Karlsruhe entkam. Seine Eltern sah er nie wieder.

"Ich kehrte 1951 zum ersten Mal in meine zerbombte Heimatstadt zurück...Ich traf auf ehemalige Nachbarn meiner Eltern. Der Bäcker sagte, sie seien in einem Lastwagen abtransportiert worden und Anwohner wären aus ihren Wohnungen gekommen und hätten sie bespuckt und geschlagen. Es war schwer für mich, das zu erfahren. Eine Frau fragte: 'Was genau geschah denn mit Ihren Eltern?' Ich sagte, daß sie in Auschwitz ermordet wurden. Sie antwortete: 'Das ist schlimm, aber nicht so schlimm wie das Bombardement der Briten (auf uns Deutsche)'. An dieser Stelle verabschiedete ich mich."

Abgelehnt

Über das Schicksal der geretteten Kinder und die Folgen ihrer Evakuierung blieb die deutsche Öffentlichkeit jahrzehntelang uninformiert. Berichte, die in englischen Publikationen erschienen, erreichten nur das Fachpublikum, TV-Reportagen wurden erst übernommen, als die internationale Anteilnahme nicht länger zu ignorieren war. Auch das aktuelle Gedenken in Deutschland steht in krassem Gegensatz zu den Feierlichkeiten in Großbritannien. Während dort das Königshaus die überlebenden Opfer der Kindertransporte ehrte, bedurfte es in Berlin einer privaten Initiative, die gegen zähe Widerstände offiziöser Stellen ankämpfen musste, bevor sie am Wochenende ein Denkmal am Bahnhof Friedrichstrasse einweihen konnte. Kein prominenter Vertreter der staatlichen Nachfolgeorganisationen des Verbrechens, das den 10.000 Kindern und ihren Eltern angetan wurde, liess sich sehen. Laut Medienberichten lehnte die Deutsche Bahn AG eine Unterstützung des Gedenkens am Bahnhof Friedrichstrasse ab.