Trenul amintirilor - Поезд воспоминания - Pociąg pamięci - Train of commemoration - Zug der Erinnerung - Az emlékezés vonata - Vurdon so na bistrel nahles - o treno tis mnimis - To treno tis mnimis - Pociag pamieci - Train de la mémoire - Zuch vun der Erënnerung - Vlak uspome

Zug der Erinnerung
Ein Projekt deutscher Bürgerinitiativen

Gutachten klein

Ernst und Frank Wohl aus Berlin. Ihre Deportation ließ sich die Deutsche Reichsbahn bezahlen. Die Jungen kehrten nicht zurück.

Für die Deportierten

Mit Veranstaltungen auf den Bahnhöfen Leipzig und Saarbrücken erinnern Bürgerinitiativen an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 67 Jahren. In Saarbrücken hat der Verein "DenkmalMit!" die Deutsche Bahn AG über die beabsichtigte Installation einer Gedenkplakette informiert, die über 70 Tausend Verschleppten gilt. Sie wurden aus dem besetzten Frankreich über den Bahnhof Saarbrücken "nach Osten" transportiert. Den Text der Plakette entwarf der Saarbrücker Verein gemeinsam mit dem "Consistoire Isréalite de la Moselle", der Vertretung jüdischer Gemeinden im Nachbarland. Weil die Deutsche Bahn AG darauf besteht, den Text "prüfen" zu wollen, läßt die Installation auf sich warten.

Verzögert wurde die Errichtung eines Mahnmals auch auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Hier verlangt die Deutsche Bahn AG den Abschluss eines sogenannten Gestattungsvertrages, bevor das Mahnmal an Gleis 24 auf Dauer erinnern darf. Der rund 20 Paragraphen umfassende Text droht den Leipziger Bürgerinitiativen finanzielle Folgen an, sollten sie den Bestimmungen nicht nachkommen. In dem Vertrag tritt die DB AG, das Nachfolgeunternehmen der kriminellen NS-"Reichsbahn", als unbeteiligte "Gestattungsgeberin" auf, die Leipziger Initiativen, die an die "Reichsbahn"-Opfer erinnern wollen, werden als nutznießende Bittsteller ("Gestattungsnehmer") behandelt. Mit dieser Verdrehung setzt die DB AG die juristische Fixierung ihres unwahrhaftigen Geschichtsbilds fort. Demnach stehe das Folgeunternehmen der NS-"Reichsbahn" in keinerlei Rechtsverpflichtung gegenüber den Opfern der millionenfachen Mordbeihilfe auf dem deutschen Schienennetz. Die Stadt Leipzig hat es bis heute abgelehnt, in den sogenannten Gestattungsvertrag einzutreten. Die Leipziger Bürgerinitiativen suchen jetzt nach "Paten".


Das große Versagen

"In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierten sich die Nationen der Sieger und Besiegten auf den Wiederaufbau ihrer wirtschaftlichen und politischen Infrastrukturen. Sie taten wenig, um die Nazi-Verbrecher des Holocaust und deren Komplizen zur Rechenschaft zu ziehen. Zu großen Teilen äußerte sich das Bedauern über den Mord an sechs Millionen Juden in Krokodilstränen. Europa leidet bis heute an dem Versagen, die moralischen Grundlagen unserer Zivilisation neu zu errichten."

Michael Pinto-Duschinsky
The Holocaust: Excusing the Inexcusable
In: Standpoint, July/August 2011

Propaganda-Anzeige der "Deutschen Reichsbahn" (DR) in der NS-Presse:

Für Krieg, Tod und Massenvernichtung.

Gescheitert

"Sämtliche Vermittlungsversuche zugunsten des Gedenkens und für praktische Hilfe an die überlebenden Opfer der NS-Deportationen mit der "Reichsbahn"" seien "gescheitert", schreibt der "Zug der Erinnerung". "Das Vorgängerunternehmen der heutigen Deutschen Bahn AG hat 3 Millionen Menschen aus ganz Europa in den Tod transportiert. Den Verpflichtungen, die dieses Massenverbrechen zur Folge haben, versucht sich die DB AG nicht nur zu entziehen. Sie nimmt dafür erneut Geld" (allein seit 2009 über 50 Tausend Euro), heißt es in der Erklärung. Eine Rückzahlung, die Gegenstand von Vermittlungsgesprächen jüdischer Organisationen war, hat die Deutsche Bahn AG jetzt definitiv abgelehnt.

"Inzwischen lehnt die DB AG selbst Kooperationen zur Ehrung prominenter jüdischer Deportierter ab", erklärt der "Zug der Erinnerung". Der Appell für ein gemeinsames Gedenken an den deutschen Fußballnationalspieler Julius Hirsch, einen in Auschwitz ermordeten "Reichsbahn"-Deportierten, sei von der DB AG jüngst zurück gewiesen worden ("keine finanzielle Unterstützung"). (Archiv). Die DB AG übe einen faktischen Boykott aus.

Zwei-Milliarden-Klage gegen DB AG

Osteuropäische "Reichsbahn"-Opfer haben eine Sammelklage gegen die Deutsche Bahn AG angekündigt (Medienberichte).

Die Forderungen nach Rückzahlung von Deportationseinnahmen der "Reichsbahn" stützen sich auf ein Gutachten des "Zug der Erinnerung" und kommen auf einen Gesamtbetrag von knapp zwei Milliarden Euro.

Wir dokumentieren eine Erklärung des "Zug der Erinnerung".

Deutsch / English / русский / Français

mehr

Überlebende Kinder der Shoah

Mit den "Child Survivors Deutschland", einer privaten Vereinigung überlebender Kinder der NS-Verfolgung, hat der "Zug der Erinnerung" (ZdE) eine Kooperation vereinbart. Aus Spendengeldern wird der ZdE videogestützte Interviews finanzieren, in denen die Überlebenden über ihre Vergangenheit berichten. Das Bild- und Tonmaterial soll archiviert werden und kommenden Generationen zur Verfügung stehen. Zugunsten der "Child Survivors Deutschland" hat die jüngste Mitgliederversammlung auch die Satzung des "Zug der Erinnerung" geändert: Das Vereinsvermögen wird den überlebenden Kindern der Shoah zugedacht, sollte der Verein seine Gemeinnützigkeit aufgeben.

Die Kinder von Litzmannstadt

Die 2010 verstorbene Journalistin Kristine Malecki-Gilys hat mehrere Hörfunksendungen über die jugendlichen Opfer der deutschen Besetzung Polens hinterlassen, die wir hier dokumentieren. Wir danken dem Ehemann von Frau Malecki-Gilys, der Mitschnitte der Sendungen zur Verfügung stellte und dem "Zug der Erinnerung" einen namhaften Betrag für die überlebenden Kinder der NS-Verbrechen überwies. Nachdem der Verein diese Spende verdoppelt hatte, wurde sie jetzt insgesamt 16 früheren Deportierten in der Region Zamosc ausgezahlt.

Die Kinder von Litzmannstadt (mp3)

 

Gebt uns unsere Kinder zurück (mp3)

 

Die Kinder von Litzmannstadt

Die Leiden polnischer Kinder unter deutscher Besatzung,
nachgezeichnet aus Dokumenten

mehr

Seit 9 Jahren kämpfen deutsche Bürgerinitiativen für die Erinnerung an drei Millionen Verschleppte, die mit der kriminellen NS-"Reichsbahn" in die Vernichtung deportiert wurden (Film).
Noch immer lehnt die DB AG, deren Vorgängerunternehmen Beihilfe zum Massenmord leistete, ein angemessenes Gedenken auf ihren Bahnhöfen ab oder erschwert es durch bürokratische Auflagen. In Köln durfte eine Installation, die 2006 von dem Verein "Die Bahn erinnern" gestiftet wurde, nicht auf DB-Gelände angebracht werden. Abgeschoben hinter einem Fahrradständer bleibt das Gedenken an die Deportierten verborgen. Der kurze Film zeigt die Besetzung des Kölner Hauptbahnhofs, die Ehrung der Opfer mit Namenskoffern und die Errichtung des Mahnmals, einer Bahnschwelle, im Jahr 2006.

Zweifelhaft

Ihre Finanzforderungen für das Gedenken an die Opfer der "Deutschen Reichsbahn" begründet die DB AG mit "europäischen Gesetzen". Zur Erhebung von Gebühren sei das größte europäische Logistikunternehmen "verpflichtet", behauptet die DB AG. Dazu heißt es in einer Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages, diese Rechtsauffassung sei "zweifelhaft". Eine alternativlose Verpflichtung, das Andenken an die ermordeten NS-Deportierten mit Gebühren zu belegen, bestehe nicht.

Unvermeidlich

"Unser Aufruf zu Massenpetitionen an den Deutschen Bundestag und für Aktivitäten der EU-Parlamentarier gilt nicht allein den Toten; ebenso dringlich ist es, den Überlebenden der "Reichsbahn"-Verbrechen Genugtuung widerfahren zu lassen", erklärt der "Zug der Erinnerung".

Da sich die DB AG und ihre Eigentümerin konstant weigere, das Erbe aus den "Reichsbahn"-Deportationen an die Opfer zurück zu zahlen, seien internationale Gerichtsverfahren "absehbar und unvermeidlich". Entsprechende Prozesse ("class action") werden in den USA vorbereitet.

Angebliche Spenden

Nach einem Gutachten des "Zug der Erinnerung" nahm die "Deutsche Reichsbahn" bei den Deportationsverbrechen mindestens 445 Millionen Euro heutiger Währung ein. Einschließlich Zinsen beträgt die Deportationsschuld demnach über 2 Milliarden Euro. Von dieser Schuld habe die DB AG "noch nicht einmal 0,1 Prozent" beglichen. Das Unternehmen "rühmt sich angeblicher Spenden, bei denen es sich um Bruchteile der tatsächlichen Verbrechenserbschaft handelt", heißt es in der Erklärung des "Zug der Erinnerung".

Medienberichte:

Kölner Stadt-Anzeiger vom 28. November 2011

Auf dem rechten Auge blind Als der "Zug der Erinnerung" im Frühjahr durch die Eifel fuhr, entstand die Idee zur Gründung eines Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Gewalt. Die aktuellen Ereignisse und der große Zuspruch bei der jetzt erfolgten Gründungsversammlung zeigen, daß diese Entscheidung richtig war.

ARD vom 23. November 2011

Mahnendes Gedenken - der "Zug der Erinnerung" Die Beteiligung an Deportationen während des Nationalsozialismus ist das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Deutschen Reichsbahn. Der "Zug der Erinnerung" informiert darüber.

Westdeutscher Rundfunk, 05. Oktober 2011

Redezeit (WDR 5): Der "Zug der Erinnerung", seine Ehrung für Julius Hirsch, seine Geschichte, die Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn AG und die deutsche "Gedenkkultur".

Die Welt, 24. Mai 2011

NS-Opfer wollen Deutsche Bahn in den USA verklagen Die Bahn soll Einnahmen der Reichsbahn aus Deportationen in NS-Konzentrationslagern zurückerstatten. NS-Opfer verklagen das Unternehmen auf zwei Milliarden Euro.

Thüringer Allgemeine, 20. Mai 2011

NS-Opfer bereiten Milliardenklage gegen Deutsche Bahn vor Der Deutschen Bahn AG könnte eine Milliardenklage auf Entschädigung durch osteuropäische NS-Opferverbände drohen.

Thüringer Allgemeine, 20. Mai 2011

Anwalt will Entschädigung für osteuropäische Opferverbände Der Duisburger Anwalt Heinz Josef Sehr sprach in Kiew mit unserer Zeitung und fordert für die osteuropäischen Opferverbände aus "verbrecherischem Tun" stammendes Kapital als Entschädigung.

WDR Mediathek, 24. März 2011

Bericht aus Heinsberg Es ist ein dunkeles Kapitel unserer Vergangenheit. Ein Kapitel, das nicht vergessen werden darf. Und genau darum geht es beim "Zug der Erinnerungen". Bericht ansehen

WDR Mediathek, 10. März 2011

Ärger um "Zug der Erinnerung" Zur Zeit stehen die Waggons am Bahnhof in Mönchengladbach. Die Ausstellung informiert über die Verschleppung von unzähligen Menschen in die NS-Konzentrationslager. Da die Bahn hohe Gebühren für die Nutzung der Schienen verlangt, ist die Ausstellung auf Spenden angewiesen. Bericht ansehen

Kulturzeit, 2. März 2011

Müde Geste - Die Bahn und die NS-Opfer in Osteuropa Fünf Millionen Euro hat die Deutsche Bahn AG im Dezember 2010 NS-Opfern in mehreren Staaten Osteuropas, vor allem in Polen, als Entschädigung zugesagt. Ist damit alles gut? In Polen scheint man sich nun mit der Geste der Bahn AG zufrieden zu geben. Mehrere Organisationen in Russland, Weißrussland und in der Ukraine hingegen haben die fünf Millionen Euro als beleidigend und unannehmbar zurückgewiesen.

Deutschlandfunk vom 9. Dezember 2010

5 Millionen Euro - Spende der Bahn für NS-Opfer "Signifikanter Beitrag" nennt der Vorstand der Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" die sogenannte Spende der Deutschen Bahn. Als "absurd, beschämend und beleidigend" lehnen NS-Opfer in Osteuropa das Almosen ab. Bericht anhören

ZDF vom 8. Dezember 2010

Fröhliche Geburtstagsfeier "Ein dunkles Kapitel, aber wir blicken nach vorne", sagt Bahnchef Grube über die Reichsbahn-Beihilfe zum Massenmord und die Verantwortung seines Nachfolgeunternehmens.
Beitrag ansehen

Deutschlandfunk vom 7. Dezember 2010

Die langen Schatten der Vergangenheit Opferverbände fordern Entschädigung von der Deutschen Bahn
Die Deutsche Bahn feiert in diesem Jahr das 175. Jubiläum. Damit bekennt sie sich auch zur Geschichte der Reichsbahn, die während des Zweiten Weltkrieges Millionen Gefangene transportierte.
Bericht anhören

RBB vom 6. Dezember 2010

Ich trage noch alles in mir Die Überlebende der "Reichsbahn"-Deportationen Sarah B. (Mitglied der "Child Survivors Deutschland" e.V.) und die Party der Deutschen Bahn AG am 07. Dezember in Nürnberg: Eine Gegenüberstellung. Beitrag ansehen

Nürnberger Zeitung vom 6. Dezember 2010

500 Menschen protestierten gegen die Bahn "Sie hat verdient am Nazi-Wahn. Statt feiern soll sie zahl'n die Bahn!" Mit Transparenten wie diesem zogen am Samstag nach Polizeiangaben 500 Menschen durch die Innenstadt vor das DB-Museum.

Abendzeitung vom 5. Dezember 2010

Vor dem Bahnjubiläum: Zeitzeugen kämpfen um Entschädigung "Zug der Erinnerung" klagt an: Millionen für Festakt mit Kanzlerin Merkel ? Almosen für die Deportations-Opfer

Bayerischer Rundfunk, Abendschau vom 4. Dezember 2010

Demonstration: "Zug der Erinnerung" Die Tötungsmaschinerie der Nationalsozialisten stützte sich auch auf die Deutsche Reichsbahn. Sie transportierte massenhaft Menschen in die Vernichtungslager. Vor dem Bahnmuseum in Nürnberg demonstrierte die Initiative "Zug der Erinnerung" für eine angemessene Entschädigung. Mit dabei waren auch KZ-Überlebende. Beitrag ansehen

DAPD vom 4. Dezember 2010

"Zug der Erinnerung": 500 Menschen demonstrieren gegen Bahn Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in Nürnberg gegen die Entschädigungspolitik der Deutschen Bahn für NS-Opfer demonstriert.

Bayerischer Rundfunk vom 3. Dezember 2010

"Zug der Erinnerung" demonstriert in Nürnberg Die Bürgerinitiative "Zug der Erinnerung" wird heute (04.12.10) vor dem Bahnmuseum gegen die Entschädigungspolitik der DB AG demonstrieren. An der Aktion werden auch Überlebende der Nazi-Vernichtungslager teilnehmen. Die Stadt Nürnberg hatte die Aktion zunächst verboten.

Jüdische Allgemeine vom 26. November 2010

"Amoralisch und obszön" Hans-Rüdiger Minow über das 175. Jubiläum der Bahn und eine Demonstration für Schoa-Überlebende.


Weitere Medienberichte hier